Auch Platz zwei ist etwas Großes

Siegen ist nicht selbstverständlich. Auch nicht für die Kegler des SKV Rot-Weiß Zerbst. Am Sonnabend mussten sie sich den starken Ungarn aus Zaleegerszeg im Weltpokalfinale mit 3:5 (3732:3755) knapp geschlagen geben.

„Jetzt fühlt sich der zweite Platz natürlich erst einmal nicht gut an. Aber wenn wir erst einmal ein, zwei Nächte drüber geschlafen haben, werden wir begreifen, dass auch Silber ein Erfolg ist“, versuchte Teamchef Timo Hoffmann kurz nach dem verlorenen Finale die Stimmungslage zu beschreiben.

Denn einerseits hatten die Rot-Weißen durchaus die Chance, den Titel zu verteidigen, andererseits haben die Ungarn auch wirklich stark und konstant auf hohem Niveau gespielt.
Zu Beginn dominierte Zalaegerszeg fast nach Belieben. „Die Ungarn haben genau das gemacht, was wir uns vorgenommen hatten. Von Beginn an Druck aufzubauen“, meinte Trainer Günther Doleschel.

Manuel Weiß (1:3, 594:638) startete schlecht, fing sich später zwar, war aber gegen Zoltan Feher chancenlos. Ähnlich erging es Uros Stoklas (1:3, 624:665), der eine Bahn verdarb und so gegen den überragenden Sandor Farkas nach Führung ins Hintertreffen geriet. Einzig Geburtstagskind Mathias Weber (2:2, 633:574) hielt gegen Claudia Boanta und den früh eingewechselten Karoly Kozma die SKV-Farben im Spiel.
„Aber wir sind von Beginn an den etwa 30 Kegeln hinterher gerannt“, meinte Hoffmann zur schwierigen Ausgangslage zur Halbzeit der Partie. Nicht nur, dass die Ungarn mit 2:1 Mannschaftspunkten (MP) und 26 Kegeln in Front lagen, sie hatten auch schon acht Sätze auf der Habenseite. Ein dicker Brocken für den Schluss-Durchgang.

Optimismus kam auf, als Thomas Schneider (2:2, 638:618) gegen Balasz Rudolf ganz stark startete und mit 118 Volle-Kegeln ein Achtungszeichen setzte. Auch Boris Benedik (3:1, 664:639) agierte gewohnt souverän. Gleichzeitig blieb Hoffmann (1:3, 579: 621) unter seinen Ansprüchen. So kamen die Titelverteidiger nicht wirklich näher.
Vor der Schlussbahn fehlten genau 20 Kegel zum Sieg der Zerbster, da die Punktgewinne von Schneider und Benedik sicher schienen. Zwar bäumten sich beide noch einmal auf, schafften hohe Resultate, doch die Ungarn hielten mit super Abräumern voll dagegen und ließen sich nicht mehr einholen. Auch die „vielleicht etwas zu späte“ (Doleschel) Einwechslung von Jürgen Pointinger für Hoffmann kurz vor Schluss brachte nichts Zählbares mehr ein.

So jubelten die verdienten Sieger aus Ungarn auf der Bahn, während sich bei den Zerbstern Enttäuschung breit machte. „Jetzt sind wir erstmal deprimiert. Aber auch der zweite Platz ist etwas Großes. Wir haben heute gegen ein besseres Team verloren. Zalaegerszeg hat überragend gespielt, vor allem in der entscheidenden Schlussphase“, zollte SKV-Sportwart Andreas Förster dem siegreichen Gegner Respekt.
„Wir haben hier etwas gewonnen. Silber ist aller Ehren wert. Damit können wir uns in Zerbst durchaus sehen lassen“, meinte er am Abend zur Mannschaft.

Siegen ist nicht selbstverständlich. Der Umgang mit einer Niederlage zeigt sportliche Größe. Auch bei den Keglern des SKV Rot-Weiß Zerbst.

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