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Freude über Bronze

Geschichte lässt sich nicht wiederholen. Die Zerbster Kegler vom SKV Rot Weiß konnten zwar nach 2017 nicht den Champions League-Titel erringen, sicherten sich aber einen hervorragenden Bronzeplatz.
Im Halbfinale am Samstag musste sich die Truppe um Teamchef Timo Hoffmann den starken Gastgebern aus Zapresic wie schon im Weltpokal erneut geschlagen geben. Am Ende hieß es verdient 7:1 (3859:3954).

Dabei war der Traum vom Titel bereits nach den ersten 15 Wurf ins Volle-Bild ausgeträumt. Denn bereits da hatten die drei SKV-Startspieler gegen die Gastgeber 56 Kegel verloren. „Diesem Rückstand sind wir immer hinterhergelaufen. Wir waren von Beginn an so sehr unter Druck.“ Mit diesen Worten suchte Hoffmann nach einer Erklärung für die Niederlage.

Manuel Weiß (2:2, 628:620) kämpfte sich in sein Duell zurück und hielt die Zerbster wenigstens mit seinem Punktgewinn gegen Branislav Bogdanovic noch im Spiel. Doch Mathias Weber (1:3, 633:696) stand gegen Bojan Vlakevski von Beginn an auf verlorenem Posten, holte nur durch eine starke Schlussbahn noch einen Satz. Thomas Schneider (1:3, 651:679) musste sich trotz großen Kampfes und ordentlichen Spiels den Neunerserien von Branko Manev geschlagen geben.

So gingen die Zerbster Schluss-Spieler mit der Hypothek des 1:2-Rückstandes nach MP und einem Minus von 83 Kegeln auf die Bahnen. „Klar hatten wir da noch die Hoffnung, dass wir das noch drehen können“, beschrieb SKV-Sportwart Andreas Förster seinen Gemütszustand.
Doch die Kroaten ließen keine Luft mehr an die Partie. Jürgen Pointinger fand keine Einstellung zur Bahn und wurde gegen Fabian Seitz (zusammen 1:3, 615:651) ausgewechselt. Seitz spielte zwar deutlich besser, hatte aber gegen den ehemaligen Zerbster Uros Stoklas keine Siegchance mehr.

Etwas Hoffnung keimte noch einmal auf, als Boris Benedik (2:2, 672:673) gegen Luca Bolanca in Führung ging und Kapitän Hoffmann (1:3, 660:635) mit einer überragenden 201er Bahn den Kegel-Rückstand kurzzeitig schrumpfen ließ. Doch beide verloren am Ende sogar noch unglücklich ihren MP, so dass das Endergebnis mit 1:7 (3859:3954) etwas zu deutlich ausfiel. „Die Gastgeber waren heute einfach viel besser als wir. Wenn wir in den Vollen 120 Kegel verlieren, haben wir wohl die Gasse zu selten getroffen“, meinte Hoffmann am Abend.

Vor dem „kleinen Finale“ um Platz drei am Sonntag packte Hoffmann seine Männer an der Ehre. „Wir wollen hier zeigen, was wir können und unser Gesicht wahren.“ Dies fruchtete. Von Beginn an dominierte der SKV das Spiel gegen die Ungarn aus Szeged, ließ ihnen keine Luft zum Atmen und überrollte sie förmlich. Weiß hatte Tibor Szel im Griff, siegte mit 3:1 (638:611) und holte seinen Mannschaftspunkt (MP). Weber spielte sehr stark, fertigte Jovan Calic (575) 4:0 ab und war mit 668 Kegeln Tagesbester. Schneider spielte erneut auf hohem Niveau. Auch er fegte Norbert Kiss 4:0 (665:580) aus der Halle. Zerbst führte mit
3:0 MP und hatte sich ein Polster von 205 Kegeln erspielt.

Trotz des Vorsprungs im Rücken ließen Benedik, Hoffmann und Seitz nicht nach und machten weiter Druck. Benedik lieferte sich mit Oldie Laszlo Karsai ein hochklassiges Match und gewann 3:1 (665:645). Hoffmann lag gegen Janos Brancsek (608) 1:2 hinten. Auf der letzten Bahn wechselte er sich gegen Robert Herold aus der zweiten Mannschaft aus. Der machte seine Sache sehr gut, gewann die Bahn 149:134 zum 2:2 und holte mit dem höheren Gesamtergebnis von 615 Kegeln ebenfalls seinen MP. Seitz steigerte sich von Bahn zu Bahn. Auch er hatte Adrian Loncsarevity voll unter Kontrolle. Da nützte auch die Auswechslung gegen Richard Danoczy nichts mehr. Der
Zerbster siegte 3,5:0,5 (639:598).

Der Jubel war zwar verhalten, aber die Rot-Weißen freuten sich über Bronze. „Hier spielen die besten Mannschaften Europas und da muss man sich nicht unter Wert verkaufen, denn ein dritter Platz ist auch gut. Wir haben eine Medaille. Wir standen nun zum zwölften Mal im Finale. Das hat bisher niemand geschafft, kein Podbrezova, kein Szeged und kein Zapresic und auch darauf können wir stolz sein“, sagte SKV-Präsident Lothar Müller.
Vielleicht schafft es der SKV bei seiner 13. Teilnahme wieder in das Final Four und vielleicht gelingt es ihm ja dann, die Geschichte zu wiederholen und ein neues Kapitel in der Erfolgsgeschichte hinzuzufügen.

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