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Ausgeglichenheit auf höchstem Niveau

Das erste Punktspiel auf der frisch sanierten Anlage im Zerbster „Stadtwerke Kegelsportcenter“ endete, wie das letzte auf der alten. Mit einem überdeutlichen Sieg des gastgebenden SKV und (logi- scherweise) mit Bahnrekorden. Die Rot-Weißen bezwangen die Sportfreunde Friedrichshafen mit 7:1 Mannschaftspunkten (MP) und 3946:3545 Kegeln.
Endlich war es soweit. Nach fast einem Jahr kegelfreier Zeit gab es in Zerbst wieder einmal ein Bundesligaspiel im Classic-Kegeln. Spieler, Zuschauer, Fans und Offizielle waren gespannt, wie die Top-Kegler des SKV mit ihrer neuen Bahn im „Stadtwerke Kegelsportcenter“ klar kommen würden. Außerdem ging das Spiel auch per Live-Stream über sportdeutschland.tv in die Welt.
Gleich zu Beginn wurde klar, dass die neue Bahn durchaus gutes Kegeln auch mit guten Ergebnissen belohnt. Dass die Gäste aus Friedrichshafen die Gastgeber unter Druck setzen wollten, war daran zu erkennen, dass sie mit Darko Lotina und dem langjährigen SKV-Crack Torsten Reiser zwei ihrer besten Spieler in den Startdurchgang beorderten. Beide lieferten auch sehr ordentliche Leistungen ab, mussten aber letztlich klare Duell-Niederlagen hinnehmen.
Reiser (631) hatte beim 4:0 gegen den wie entfesselt aufspielenden Zerbster Neuzugang Robert Ernjesi, der mit 679 Kegeln erster Bahnrekordhalter auf der neuen Anlage in Zerbst ist, keine Punktechance. Ähnlich erging es Lotina (617), der sich dem nur auf seiner dritten Bahn etwas „schludernden“ Manuel Weiß (669) mit 3:1 Sätzen geschlagen geben musste.
Auch die nächsten Starter der Gastgeber ließen sich ergebnistechnisch nicht lumpen. Dominik Kunze (649) verließen auf seiner letzten Bahn wohl etwas die Kraft und Konzentration, so dass sein 3:1-Sieg gegen den erst 15-jährigen Jonas Willer (542) durchaus hätte noch höher ausfallen können. Gleichzeitig bewies Rückkehrer Marcus Gerdau (667) gegen Mario Listes (576) mit einer Wahnsinns-Bahn von sage und schreibe 199 Kegeln beim 3:1-Duellsieg seine absolute Klasse. Er war mit 267 Kegeln auch der tagesbeste Abräumer aller Akteure.
Im Schlusspaar überzeugten auch Kapitän Timo Hoffmann (645, 4:0) gegen Nicolai Müller (565) und Jürgen Pointinger (637) mit konstanten Bahnergebnissen. Pointinger musste sich, trotz des besten Volle-Resultats des Tages (431), jedoch dem frischgebackenen U23-Team-Weltmeister Lucas Funk (664), der überragend abräumte (246), mit 1:3 geschlagen geben und so den Gästen den Ehrenpunkt überlassen.

Am Ende war Hoffmann mit den Einzel-Leistungen seiner Jungs und dem ersten Mannschaftsbahnrekord von 3946 Kegeln auf der neuen Anlage sehr zufrieden. „Wir haben mit großer Konstanz ein gutes Ergebnis erreicht. Das wird auch von Woche zu Woche immer stabiler“, meinte der Kapitän. Zur neuen Bahn meinte er: „An die müssen wir uns erst noch gewöhnen. Es ist doch erstmal wieder was Neues. Aber das müssen wir auf unserem Niveau natürlich händeln können.“
Hoffmann blickte aber schon konzentriert auf den kommenden Sonnabend und vor allem auf den dann folgenden Weltpokal voraus: „Wir sind alle auf einem ordentlichen Niveau, haben aber alle auch noch Potenzial nach oben. Am Sonnabend werden wir denen, die noch weniger gespielt haben, weitere Spielpraxis in Richtung Weltpokal geben.“
Nach dem 6:2-Heimsieg gegen den Tabellenletzten Kleeblatt Berlin liegt Victoria Bamberg mit einem Spiel mehr und 7:1 Punkten in der Tabelle noch vor den verlustpunktfreien Zerbstern und Raindorf (je 6:0) auf Platz eins. Hallbergmoos bleibt mit dem 7:1-Sieg gegen Kaiserslautern in Reichweite. Ebenso überraschend, wie Amberg in Schwabsberg 5:3 gewann, holte Aufsteiger Wernburg gegen Breitengüßbach daheim beim 4:4 einen Punkt. Ein Hinweis für den SKV, auch das Heimspiel gegen die Thüringer am kommenden Sonnabend im heimischen „Stadtwerke Kegelsportcenter“ absolut ernst zu nehmen.
„Aber wir spielen zu Hause, da brauchen wir keinen zu fürchten. Wir müssen natürlich unser Ding durchziehen“, meinte Hoffmann abschließend. Und vielleicht gibt’s dann auch schon wieder neue Bahnrekorde zu bestaunen.

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