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Enges Spiel gegen dezimierte Gäste

Was war das für ein komisches Bundesligaspiel. Erst reisten die Gäste aus Schwabsberg am Sonnabend krankheitsbedingt nur mit fünf Spielern an, dann spielte das Zerbster Startpaar überragend und am Ende wurde es sogar noch einmal in Richtung Unentschieden spannend. Die Punkte blieben aber letztlich in Zerbst.
Denn zu Spiel-ende stand ein glücklicherweise doch deutliches 6:2 des SKV gegen Schwabsberg an der Anzeige und die Rot-Weißen hatten sogar mit 4033:3220 Kegeln ein sehr gutes Teamergebnis erspielt.
Zwar forderte der Zerbster Kapitän Timo Hoffmann vor dem Spiel ein „klares Resultat“, warnte aber gleichzeitig davor, die Situation zu unterschätzen. „Wir müssen unseren Job machen und unsere Aufgabe erfüllen“, forderte er seine Mannen zu hoher Konzentration auf.
Entsprechend starteten Robert Ernjesi und der ohne Gegner spielende Christian Wilke. Ernjesi ließ dem deutschen Nationalspieler Matthias Dirnberger (637) keine Chance, gewann mit vier gleichmäßigen Spitzenbahnen alle Sätze und erspielte mit 725 Kegeln ein absolutes Weltklasse-Resultat und eine persönliche Bestleistung. Schon alleine dafür hatte sich das Kommen für die leider zu wenigen Zuschauer gelohnt.
Gleichzeitig brauchte Wilke etwas Zeit, um in sein Spiel ohne Gegenspieler und ohne Betreuer zu finden. Dies gelang aber immer besser. „Irgendwann habe ich dann auf den Modus der Qualifikation von den Weltmeisterschaften umgestellt, wo es ja auch nur um das Gesamtergebnis geht“, meinte der 33-Jährige und erspielte starke 682 Kegel.
Doch das Spiel wurde nun spannender, als es von den Zerbstern erhofft wurde. Im Mittelpaar gingen beide Mannschaftspunkte an die Gäste. Zwar kämpfte Manuel Weiß (651) gegen den besten Schwabsberger, Stefan Zürn, der mit 661 Kegeln ebenfalls eine persönliche Bestleistung erspielte, bis zum Schluss um seinen Duellsieg. Er musste den Gästespieler aber am Ende bei 2:2 Sätzen um zehn Kegel ziehen lassen. Er verlor nach eigenen Angaben „erstmals seit über drei Jahren mal wieder einen Mannschaftspunkt (MP)“. „Das war damals gegen Matthias Dirnberger, obwohl ich mehr Kegel gespielt hatte“, konnte er sich noch genau erinnern. 
Gleichzeitig kam Dominik Kunze überhaupt nicht ins Spiel. Stephan Drexler (659) hatte ihn fest im Griff. Auch die Einwechslung von Daniel Aubelj, der mit 337 Kegeln seine Aufgabe sehr ordentlich erfüllte, konnte Drexler nicht stoppen und den 3:1 (659:627)-Duellsieg nicht verhindern.
Nun musste im Schlussdurchgang noch wenigstens ein MP her. Das schien zu Beginn ein sehr schweres Unterfangen zu werden. Timo Hoffmann kam nicht gut in seine Partie und lag gegen Bastian Hopp erst einmal im Hintertreffen. Gleichzeitig traf Jürgen Pointinger zwar deutlich besser, konnte sich aber von Daniel Beier ebenfalls nicht wirklich absetzen. Bei Zuschauern und Offiziellen ging schon die Angst vor einer Blamage durch ein mögliches Unentschieden gegen fünf Gästespieler um. Doch dann drehten beide SKV-Recken auf. Hoffmann zeigte sein wahres Leistungsvermögen mit 383 Kegeln in der zweiten Spielhälfte. Da konnte Hopp bei seiner 1:3 (624:679)-Duell-Niederlage nur applaudieren. Gleichzeitig hielt auch Pointinger nun Beier sicher in Schach und punktete ebenfalls mit 3:1 (669:639).
„Zwar steht am Ende ein 6:2 mit einem sehr ordentlichen Mannschaftsergebnis an der Anzeige, aber wir hatten schon etliche Phasen, wo wir nicht gut gespielt haben. Da haben wir den Gegnern zu viele Gelegenheiten gegeben, die sie auch sehr gut genutzt haben“, meinte ein wenig zufriedener Kapitän Hoffmann zum Abschluss des Spiels. 
In der Mannschaftsrunde gab es schon recht deutliche Worte des Teamchefs: „Wir sind noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Wir haben dem Gegner in zu vielen Phasen viel zu viel angeboten. Und dann kommt natürlich auf dieser Bahn auch beim Gegenspieler der Appetit auf mehr.“
Und abschließend forderte er von seinen Mitspielern und natürlich auch von sich selbst nachdrücklich: „Wir sollten unsere Spiele qualitativ bestimmen, wir sollten den Druck immer hoch halten. Wenn wir das auf die Bahn bringen, dann geht es recht zügig, dass wir uns auch kegeltechnisch absetzen. In den kommenden Spielen muss das wieder besser funktionieren, das Auf und Ab muss endlich aufhören.“
 

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