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Jubel und Tränen liegen nah beieinander - U23-Rekord für Jördis Schulze

Dass Jubel und Tränen eng beieinander liegen, bewies das Spiel der Zerbster Frauen des SKV Rot Weiß am Sonntag im „Stadtwerke Kegelsportcenter“ in Zerbst. Der Sieg gegen den Tabellenführer der 2. Bundesliga Ost, den MSV Bautzen, war zum Greifen nahe. Am Ende fehlten den Zerbsterinnen beim 3:5 nach Mannschaftspunkten (MP) und 3538:3546 Kegeln gerade einmal acht Kegel zum Unentschieden und neun zum Sieg.
Trotz Bestleistung und U23-Bahnrekordes für Jördis Schulze herrschte am Ende Trauerstimmung auf der Bahn.
Die Rot-Weißen starteten enorm gut. Tanja Dayß stellte mit 618 Kegeln einen neuen Frauen-Bahnrekord auf. Da konnte ihr Alina Paul (575) nur Respekt zollen. Marie-Louise Pfeiffer packte gleich eine 172er Bahn aus. Sie konnte Manuela Salzburg nach 2:2 Satzpunkten (SP) mit starken 615:569 Kegeln bezwingen.
Das Mittelpaar mit Jördis Schulze und Anja Heydrich hatte die 2:0-Führung nach MP und 89 Kegel Vorsprung im Rücken. Das „Küken“ der Zerbsterinnen, Jördis Schulze, spielte starke vier Bahnen und stellte mit 627 Kegeln den nächsten Bahnrekord - den der U23 - auf. Sophie Schulze unterlag mit 1:3 und 588 Kegeln. Anja Heydrich lieferte ein gutes Spiel ab. Sie konnte zwar nicht punkten, ließ Marie Schoele aber beim 1:3 (568:592) nicht zu weit enteilen. Vor den Schlusspaaren stand es 3:1 nach MP für die Zerbsterinnen, die auch ihren Vorsprung auf 104 Kegel ausbauen konnten.
Schlusspaar zeigt Nerven
Das sonst so starke Schlusspaar mit Petra Böhner und Christine Neuendorf schien dann doch Nerven zu zeigen und die Bautzener Routiniers Peggy Riedel und Adriana Hey knabberten den Rückstand peu a’ peu ab.
Petra Böhner kam nicht richtig ins Spiel und hatte es auch noch mit der besten Gästespielerin, Riedel, zu tun. Sie hatte beim 0:4 und 545:637 Kegeln keine Chance. Riedel entriss somit Tanja Dayß den Bahnrekord und schraubte ihn auf 637 Kegel hoch. Auch Christine Neuendorf musste sich Hey am Ende 1:3 (565:585) geschlagen geben.
Stille herrschte nach der bitteren Niederlage. „Es war sehr schade“, war auch SKV-Teamleiterin Anja Heydrich betrübt. „Wenn wir schon Bestleistung spielen, spielt Bautzen noch mehr. Aber ich wusste, dass es schwer wird, hatte aber nach dem Mittelpaar daran geglaubt, dass wir nicht mehr verlieren.“
Nun ist es passiert und die Zerbsterinnen müssen es abhaken. Sie haben dennoch eine sehr sehr gute Leistung gezeigt, die beweist, dass sie auch mit den Spitzenteams mithalten können.
Am Sonntag geht es weiter. Da reist der SKV zum Tabellenvierten Germania Schafstädt. Die Gastgeberinnen haben schon zwölf Spiele absolviert und 9:15 Punkte verbucht. Zerbst steht mit 6:10 Zählern bei erst acht Spielen auf Platz sieben. Ein Sieg in Schafstädt wäre für eine anstehende Aufholjagd sehr gut.
„Wir sind gut aufgestellt und unser Ziel ist es, dort zu gewinnen. Es sind gute Bahnen und wir werden unser Bestes geben“, sagte Anja Heydrich, die dort erneut „ein enges Spiel“ erwartet.
Die Betrübtheit war bei ihr schon wieder verflogen. Jubel und Tränen liegen beim Sport halt eng beieinander.

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